Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel lebt von Versprechen. Wir arbeiten mit Evidenz. Auf dieser Seite legen wir offen, wie wir wissenschaftliche Quellen recherchieren, bewerten und in unsere Produktanalysen einfließen lassen. Denn Transparenz beginnt dort, wo wir zeigen, auf welcher Grundlage unsere Aussagen stehen – und wo diese Grundlage endet.
Wie wir recherchieren: Unser Fünf-Stufen-Prozess
Jede Produktanalyse, die auf dem Gesundheitsportal Meerane erscheint, durchläuft einen standardisierten Recherche- und Prüfprozess. Dieser Prozess stellt sicher, dass unsere Bewertungen reproduzierbar, nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert sind. Im Folgenden beschreiben wir die fünf Stufen, die jeder Inhalt durchläuft, bevor er veröffentlicht wird.
① Systematische Literaturrecherche
Für jeden Inhaltsstoff eines Produkts führen wir eine gezielte Recherche in PubMed/MEDLINE durch. Wir suchen nach systematischen Reviews, Metaanalysen und randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) in englischer und deutscher Sprache. Dabei priorisieren wir Humanstudien gegenüber Tierstudien und In-vitro-Untersuchungen. Die Suchstrategie wird dokumentiert, sodass unsere Ergebnisse nachvollziehbar sind.
② Bewertung der Studienqualität
Nicht jede Studie hat denselben Aussagewert. Wir bewerten die methodische Qualität jeder Studie anhand etablierter Kriterien: Stichprobengröße, Studiendesign, Randomisierung, Verblindung, Interessenkonflikte und statistische Aussagekraft. Studien mit weniger als 30 Teilnehmern, ohne Kontrollgruppe oder mit offensichtlichem Herstellerbias werden als solche gekennzeichnet und in unserer Gesamtbewertung entsprechend gewichtet.
③ HCVO-Abgleich
Jede gesundheitsbezogene Aussage, die wir über einen Inhaltsstoff treffen, wird gegen das EU-Register zugelassener Health Claims geprüft (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006). Wir unterscheiden klar zwischen zugelassenen Claims, bei der EFSA eingereichten aber abgelehnten Claims und Aussagen, für die kein Antrag existiert. Diese Unterscheidung hat direkte Auswirkungen auf die Formulierungen in unseren Produkttexten.
④ Internes Peer Review
Jeder fertige Text durchläuft ein zweistufiges internes Review. Zunächst prüft unsere medizinische Beraterin Dr. med. Milena Meier den Text auf medizinische Korrektheit und potenziell irreführende Aussagen. Anschließend gibt unsere Chefredakteurin Dr. Katharina Berger die pharmazeutische Freigabe. Beide Prüfschritte werden dokumentiert.
⑤ Regelmäßige Aktualisierung
Wissenschaft steht nicht still. Deshalb überprüfen wir jeden veröffentlichten Artikel mindestens alle sechs Monate auf neue relevante Studienergebnisse. Wenn sich die Evidenzlage zu einem Inhaltsstoff wesentlich ändert, aktualisieren wir unsere Bewertung und kennzeichnen die Änderung transparent mit Datum und Anlass der Aktualisierung.
Die Evidenzpyramide – Nicht jede Studie ist gleich
Im NEM-Marketing wird häufig mit dem Verweis auf „Studien“ geworben, ohne deren Qualität einzuordnen. Eine In-vitro-Studie in einer Petrischale hat jedoch eine völlig andere Aussagekraft als eine groß angelegte Metaanalyse über mehrere randomisierte Humanstudien. Um unseren Lesern diese Unterschiede transparent zu machen, verwenden wir die klassische Evidenzpyramide als Orientierungsrahmen.
| ▲ Systematische Reviews & Metaanalysen |
| Höchste Aussagekraft – Zusammenfassung mehrerer hochwertiger Studien |
| Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) |
| Goldstandard der Einzelstudie – Interventions- vs. Kontrollgruppe |
| Kontrollierte Beobachtungsstudien |
| Mittlere Aussagekraft – Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien |
| Fallberichte & Expertenmeinungen |
| Niedrige Aussagekraft – anekdotisch, nicht kontrolliert |
| In-vitro-Studien & Tierversuche |
| Nicht auf den Menschen übertragbar – rein explorativ |
Wenn ein Hersteller damit wirbt, dass ein Inhaltsstoff „in Studien“ positive Effekte gezeigt hat, prüfen wir zunächst: Um welche Art von Studie handelt es sich? Wurde die Untersuchung am Menschen durchgeführt? Mit wie vielen Teilnehmern? Über welchen Zeitraum? War die Studie verblindet und randomisiert? Wurde sie von unabhängigen Forschern oder vom Hersteller selbst finanziert?
Diese Fragen entscheiden darüber, wie wir eine Studie in unserer Gesamtbewertung gewichten. Eine einzelne In-vitro-Studie, in der ein Pflanzenextrakt in einer Zellkultur einen Effekt gezeigt hat, führt bei uns nicht zur Aussage „wirkt beim Menschen“. Sie wird stattdessen als das eingeordnet, was sie ist: ein präklinischer Hinweis, der weitere Forschung am Menschen erfordert.
Unser Grundsatz
Wir formulieren unsere Bewertungen immer auf dem Niveau der verfügbaren Evidenz. Wenn nur Tierversuche existieren, schreiben wir: „In tierexperimentellen Untersuchungen wurde beobachtet, dass…“ – und nicht „Der Inhaltsstoff wirkt.“ Diese Unterscheidung ist kein Formalismus, sondern der Kern unserer wissenschaftlichen Integrität.
Unsere wichtigsten Quellen
Vertrauen entsteht durch Nachvollziehbarkeit. Deshalb legen wir offen, welche Datenbanken und Institutionen die Grundlage unserer Recherche bilden. Wir nutzen ausschließlich Quellen, die international als wissenschaftlich anerkannt gelten und deren Inhalte peer-reviewed oder von staatlichen Behörden herausgegeben werden.
| Quelle | Beschreibung | Wofür wir sie nutzen |
|---|---|---|
| PubMed / MEDLINE | Größte biomedizinische Datenbank der Welt, betrieben von der US National Library of Medicine | Systematische Studienrecherche zu jedem Inhaltsstoff; Basis aller Produktbewertungen |
| Cochrane Library | Internationale Datenbank für systematische Reviews nach höchsten methodischen Standards | Gold-Standard-Reviews zu Wirksamkeit und Sicherheit von Interventionen |
| EFSA Scientific Opinions | Wissenschaftliche Stellungnahmen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit | Bewertung von Health Claims; offizielle EU-Position zu Inhaltsstoffen |
| BfR-Stellungnahmen | Bundesinstitut für Risikobewertung – deutsche Bundesbehörde für Verbraucherschutz | Höchstmengen-Empfehlungen, Risikobewertungen, Warnungen zu NEM |
| DGE-Referenzwerte | Deutsche Gesellschaft für Ernährung – offizielle Nährstoff-Referenzwerte für den DACH-Raum | Bedarfseinschätzung, Dosierungsvergleiche, Bewertung von Über- und Unterdosierungen |
| WHO / IARC | Weltgesundheitsorganisation und Internationale Agentur für Krebsforschung | Globale Leitlinien, Klassifizierungen, ergänzende internationale Perspektive |
| EU-Register Health Claims | Offizielles Verzeichnis aller zugelassenen und abgelehnten gesundheitsbezogenen Angaben in der EU | HCVO-Compliance-Prüfung aller Formulierungen in unseren Texten |
Jede dieser Quellen erfüllt einen spezifischen Zweck in unserem Rechercheprozess. PubMed bildet die Grundlage für die Studienlage zu Einzelwirkstoffen. Die EFSA bestimmt, welche gesundheitsbezogenen Aussagen wir überhaupt treffen dürfen. Das BfR liefert die deutsche Perspektive zu Sicherheit und Höchstmengen. Und die DGE-Referenzwerte helfen uns einzuordnen, ob eine Dosierung im Rahmen des Sinnvollen liegt.
→ PubMed – National Library of Medicine
→ BfR – Bundesinstitut für Risikobewertung
→ DGE – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr
Unser Transparenzversprechen
Wir glauben, dass wissenschaftliche Integrität im Gesundheitsbereich nicht optional ist. Deshalb geben wir Ihnen als Leser vier konkrete Zusicherungen, an denen Sie uns messen können:
1. Vollständige Quellenangaben
Jede faktische Aussage in unseren Produktanalysen wird mit einer konkreten Quelle belegt. Wo immer möglich, verlinken wir direkt auf die PubMed-Seite der zitierten Studie, sodass Sie die Originalquelle selbst einsehen können. Wir zitieren keine Studien, die wir nicht vollständig gelesen und verstanden haben.
2. Ehrliche Einordnung der Studienlage
Wenn die Evidenz für einen Inhaltsstoff dünn, widersprüchlich oder ausschließlich präklinisch ist, verschweigen wir das nicht. Wir kennzeichnen in jeder Produktanalyse, auf welcher Evidenzstufe die verfügbaren Daten stehen. „Nicht ausreichend am Menschen untersucht“ ist bei uns kein Makel, sondern eine wichtige Information für Ihre Kaufentscheidung.
3. Offenlegung herstellerfinanzierter Studien
Studien, die vom Hersteller eines Produkts finanziert oder durchgeführt wurden, sind nicht automatisch wertlos – aber sie erfordern eine kritischere Betrachtung. Wir kennzeichnen in unseren Analysen, wenn Studien einen potenziellen Interessenkonflikt aufweisen, und gewichten sie entsprechend.
4. Kein Verstecken hinter Allgemeinplätzen
Wir schreiben nicht „Studien zeigen, dass…“, ohne zu sagen, welche Studien. Wir schreiben nicht „Experten empfehlen“, ohne zu sagen, welche Experten. Vage Autoritätsverweise sind ein Kennzeichen schlechter Gesundheitsinformation. Unser Anspruch ist es, konkret, nachprüfbar und ehrlich zu sein.
→ Mehr über unseren vollständigen Prüfprozess
Verantwortlich für diese Seite
Jan-Erik Schreiber
Wissenschaftsredakteur & Datenanalyst | Diplom-Biochemiker
Jan-Erik Schreiber verantwortet die systematische Literaturrecherche und Studienauswertung für das Gesundheitsportal Meerane. Er pflegt die Quellenstandards, betreut diese Übersichtsseite und stellt sicher, dass jede Produktanalyse auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basiert.
Wichtiger Hinweis: Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.