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Welt-Diabetes-Tag: 14. November 2014

Was ist Diabetes?

Eigentlich ist «Diabetes» ein Oberbegriff für Krankheitsbilder, die mit einer übermäßigen Harnmenge auffallen. Meist wird mit dieser Kurzform jedoch Diabetes mellitus gemeint: die Zuckerkrankheit – eine chronische Hyperglycämie (die Konzentration an Glucose im Blut ist langfristig zu hoch).

Welche Rolle spielt Insulin?

Insulin ist ein Hormon, welches in den B-Zellen der Langerhanschen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es dient als «Schlüssel», damit Glucose in die Zellen aufgenommen werden kann. Nehmen wir kohlenhydratreiche Nahrung auf, werden diese Nährstoffe im Dünndarm aufgespalten und in die Blutbahn aufgenommen. Somit steigt der Blutzuckerspiegel an, was wiederum ein Signal zur Freisetzung von Insulin ist. Bei Diabetes ist der Blutzucker ständig zu hoch, was an einer gestörten Insulinfreisetzung, -wirkung oder an beidem liegen kann.

Welche Formen gibt es?

Es gibt einen absoluten Mangel an Insulin; die B-Zellen sind nicht mehr fähig, Insulin zu produzieren. Die einzig mögliche Therapie besteht darin, Insulin zu spritzen. Es handelt sich um den Typ I-Diabetes oder Jugend-Diabetes. Die Patienten sind in der Regel normal- oder untergewichtig; die Krankheit wird meist im Kindesalter diagnostiziert.

Dann gibt es noch den relativen Insulinmangel, die Bauchspeicheldrüse ist nicht mehr in der Lage ausreichend Insulin zu produzieren, außerdem nimmt die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren ab. Das ist der nicht-insulinpflichtige Diabetes – Typ II- bzw. Altersdiabetes. In der Regel wird die Krankheit nach dem 40. Lebensjahr diagnostiziert, doch die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt ständig; häufig sind die Patienten übergewichtig. Es gibt weitere Formen, die jedoch relativ selten sind.

Kann man Diabetes verhindern und was sind Warnzeichen?

Im Anfangsstadium eines Diabetes («Prädiabetes») ist sehr viel Insulin im Blut, um den vielen Zucker zu verarbeiten, den unsere üppige Ernährung mit sich bringt; der Blutzuckerspiegel wird konstant gehalten, doch die B-Zellen erschöpfen irgendwann. Dauerhaftes Übergewicht verringert außerdem die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren. Hauptprobleme sind also Überernährung und Bewegungsmangel; auf dem Boden einer genetischen Veranlagung hat sich schnell ein Typ-II-Diabetes entwickelt.

Basis einer jeden Therapie bzw. Prophylaxe ist die Änderung der Lebensweise, evtl. das Einstellen des Rauchens und der Abbau von Übergewicht. Außerdem sollten andere Grunderkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen, Gicht und Bluthochdruck behandelt werden.

Bewegung sollte in den Alltag integriert sein, denn sie verbessert den Glucosestoffwechsel.

Symptome einer Diabetes-Erkrankung können sein:

  • starkes Durstgefühl
  • vermehrter Harndrang
  • Schwäche und Müdigkeit
  • in schweren Fällen Gewichtsabnahme
  • Sehstörungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Acetongeruch der Atemluft

Wichtig zu wissen: Im Vergleich zum Typ I-Diabetes treten beim Typ II-Diabetes wenig ausgeprägte Symptome auf. Deshalb wird die Erkrankung auch meist zufällig entdeckt.

Was macht Diabetes so gefährlich?

Nicht oder nur unzureichend behandelt ist die Lebenserwartung von Diabetikern erheblich verkürzt. Der Blutzucker sollte relativ konstant gehalten werden. Eine Unterzuckerung führt in der Regel zu akuten Symptomen, wobei eine Überzuckerung des Blutes die Spätfolgen begünstigt.

Folgeschäden können sein:

Neuropathien
Störungen an Nerven z.B. Taubheitsgefühl der Füße, Störungen der Bewegungen, Schmerzen, Missempfindungen
Angiopathien
Störungen an Gefäßen, dazu zählen Veränderungen der kleinen Gefäße von Niere bzw. Netzhaut (Hauptursache für Erblindung) und der großen Gefäße (gehäuft Herzinfarkte, Schlaganfälle).

Bei 25 % der Diabetiker entwickelt sich ein «Diabetischer Fuß», ca. 15 % erleiden eine Amputation im Laufe ihres Lebens. Die Störungen an Nerven und Gefäßen beeinträchtigen die Empfindungen, so dass unbedeutende Verletzungen bzw. Infektionen am Fuß nicht oder viel zu spät wahr genommen werden. Merkmale des diabetischen Fußes sind: fehlende Schmerzempfindlichkeit, Durchblutungsstörungen, schlecht heilende Wunden, Druckstellen, Geschwüre, Fehlstellungen usw.

Wie erkenne ich eine Unter- bzw. Überzuckerung?

Bei einer Überzuckerung im Blut, sind die Zellen mit Glucose unterversorgt, das führt zu Bewusstseinsstörungen. Durch den Mangel an Glucose werden vermehrt Proteine und Fette abgebaut, dabei entstehen Ketonkörper, die in der Ausatemluft als «obstartig» wahrgenommen werden. Wird nicht reagiert, kommt es im schlimmsten Fall zum sogenannten ketoacidotischem Koma, welches tödlich verlaufen kann.

Bei schlecht eingestellten Typ II-Diabetikern kann als Komplikation auch die Entwicklung eines hyperosmolaren Komas auftreten. Durch den starken Flüssigkeitsverlust auf Grund der hohen Blutglucosewerte kommt es zur Austrocknung des Körpers; Symptome sind Herzjagen, niedriger Blutdruck, trockene Schleimhäute und Schwäche.

Eine Unterzuckerung ist die häufigste Nebenwirkung einer Insulintherapie. Die Anzeichen können ganz unterschiedlich sein: Schwitzen, Herzklopfen, Angst, Zittern, Heißhunger, blasse Haut, Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, Verwirrung, Benommenheit, Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühl an Lippen und Zunge, Atypisches Verhalten, Aggressivität, Albernheit, Krampfanfälle …

Als Maßnahme sofort 1020 g Glucose, z.B. 1 Glas Cola, Saft oder 1 Tube Zuckerlösung (z.B. Jubin®) verabreichen; später Obst, Kekse oder Brot geben. In besonders schweren Fällen muss Glucagon gespritzt werden (Bewusstlosigkeit), anfällige Diabetiker tragen ein Set bei sich.

Zweifelt man, ob es sich um eine Über- oder Unterzuckerung handelt, sollte man Glucose geben. Dies schadet nicht …

Wie ernähre ich mich bei Diabetes?

Es gibt keine einheitlichen Ernährungsempfehlungen für alle Diabetiker. Übergewichtige sollten in jedem Fall ihr Gewicht normalisieren, bereits ein Gewichtsverlust von 35 kg verbessert die Stoffwechsellage.

Ein Diabetiker soll sich abwechslungsreich und schmackhaft ernähren – das Beste ist eine gesunde Vollwertkost mit sparsamen Einsatz von Haushaltszucker. Komplexen Kohlenhydraten sollte der Vorzug gegeben werden; Zucker nur «verpackt» und in geringen Mengen aufnehmen; Ballaststoffe hingegen sind in großen Mengen empfehlenswert. Täglich gehören mehrere Portionen Obst und Gemüse auf den Tisch; die enthaltenen Vitamine hemmen Radikale und haben eine Schutzfunktion vor Gefäßverkalkungen.

Ansonsten gilt: fettarm und nicht übermäßig eiweißreich ernähren; Alkohol möglichst meiden oder nur in sehr geringen Mengen.

Wichtig zu wissen: Sogenannte «Diätnahrungsmittel» mit Zuckerersatzstoffen, wie Sorbit oder Xylit (z.B. Diabetikerschokolade) sind ungeeignet, denn sie liefern die gleiche Energiemenge wie süß schmeckende Kohlenhydrate. Außerdem besitzen sie eine abführende Wirkung.

Süßstoffe (Cyclamat, Saccharin, Aspartam) jedoch eignen sich sehr gut zum Süßen von Getränken.

Vorsicht ist auch bei Fertigprodukten geboten, denn diese enthalten häufig Zucker, die sich hinter Bezeichnungen wie Glucosesirup, Birnendicksaft, Maltodextrin usw. verbergen.

Was ist der Glykämische Index und die Glykämische Last?

Der Glykämische Index beschreibt die Wirkung von Lebensmitteln bzw. Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel. Als Vergleichswert gilt hier der Traubenzucker (Glucose) mit einem Wert von 100.

Ein GI kleiner als 50 ist positiv, ein GI zwischen 50 und 70 mittelmäßig und ein GI größer als 70 negativ zu bewerten. Die Glykämische Last berechnet sich aus dem Glykämischen Index unter Berücksichtigung des Kohlenhydratgehalts des Lebensmittels.

Das Thema Diabetes ist sehr umfangreich, deswegen konnten wir hier nur einen kleinen Teil thematisieren. Bei Fragen rund um die Zuckerkrankheit können sie sich gern an uns wenden – das Team der Neuen Apotheke.

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